Härten von Brillengläser und Brillen

Härten von Brillengläser

Nennen Sie die Unterschiede zwischen thermisch und chemisch gehärteten Gläsern bezüglich ihrer Herstellung, Ihres Einsatzgebietes und der verschiedenen Glasmaterialien.

Thermische Härtung:
Das gerandete Brillenglas wird bis nahe der Erweichungstemperatur erhitzt und danach durch Anblasen mit Kaltluft oder Eintauchen in Silikonöl abgeschreckt. In der Glasoberfläche entstehen Druckspannungen, im Glasinneren Zugspannungen. Dazu sind Gläser mit höherer Mittendicke und keinesfalls optische Qualitätsgläser oder höherbrechende Materialien sowie keine phototropen Gläser erforderlich. Die Methode ist kostengünstig und schnell. Nach der Härtung weisen die Gläser das typische Spannungskreuz auf.

Chemische Härtung (Ionenaustauschverfahren):
Das Brillenglas befindet sich in einer Salzschmelze und wird auf Temperaturen bis zu 400 Grad erhitzt. Es findet ein Ionenaustausch statt. Natriumionen aus der Glasoberfläche diffundieren in die Salzschmelz, die 1,4 mal so großen Kaliumionen aus der Salzschmelze diffundieren in
die Glasoberfläche. Dort entsteht aufgrund des Platzmangels Druckspannung. Der Vorteil des Verfahrens ist der gleichmässige Härteeffekt (kein Spannungskreuz) und die Eignung für phototrope Gläser und Gläser mit geringen Mittendicken. Nachteilig ist das Verfahren wegen des grossen Zeitaufwandes (16 Stunden) und der hohen Kosten (Eindringtiefe 1/10mm). Aufgrund des besonderen Spannungszustandes besteht verbesserte Biege- und Stossfestigkeil