Fernrohrlupen, Lupen und Optiker

Bei der Fernrohrlupe handelt es sich meistens um ein Galilei Fernrohr mit einer auswechselbaren Aufstecklupe, um damit verschiedene Arbeitsabstände zu erreichen. Da das Galilei-Fernrohr kein Umkehrsystem braucht, werden diese Fernrohrlupen kürzer und leichter als jene Lupen, die mit dem Kepler-Fernrohr gebaut werden, haben jedoch den Nachteil der kleineren Vergrösserung und des geringeren Gesichtsfeldes. Bei der Kepler-Fernrohrlupe wird als Umkehrsystem meistens das Schmidt-Pechan-Geradsichtprisma verwendet.
Fernrohrlupe aus Galilei -Fernrohr gebaut und Fernrohrlupe aus Kepler-Fernrohr mit Prisma gebaut.

Bei beiden Systemen ist der Arbeitsabstand der Fernrohrlupe durch die Aufstecklupe gegeben, da sich das Objekt in der objektseitigen Brennebene derjenigen befinden muss. So gelangt das erste Zwischenbild ins Unendliche und kann durch das Objektiv des Fernrohrs in den bildseitigen Brennpunkt F'obj abgebildet werden.

Da F'obj mit dem objektseitigen Brennpunkt des Okulars Fok zusammenfällt, wird das Zwischenbild vom Okular wieder ins Unendliche abgebildet und kann somit vom Auge akkommodationslos betrachtet werden.

Die Vergrösserung der Fernrohrlupe ergibt sich aus der Vergrösserung der Aufstecklupe und der Vergrösserung des Fernrohrs: V= VL x VF

Aus obigen Ausführungen lässt sich folgendes schliessen: bei einer Fernrohrlupe soll das Zwischenbild auf die objektseitige Brennebene des Okulars Fok fallen. Bei einem "normalen" Fernrohr erreichen wir das bei Betrachtung in die Ferne. Befindet sich das Objekt jedoch näher, würde das Zwischenbild durch das Objektiv weiter nach hinten rutschen und wir bekämen somit kein Endbild mehr, das sich im Unendlichen befindet.