Lupen, Leseglas und Lupensysteme

Bei allen Lupen gilt es , eine Vergrösserung mit einer möglichst idealen Abbildung zu erhalten. Diese setzen geringe Abbildungsfehler voraus. In erster Linie muss auf die Verringerung der sphärischen Aberration Wert gelegt werden, da sie sich schon bei geringen Vergrösserungen als Randunschärfe bemerkbar macht. Kaufen Sie ihre Lupen nur beim Optiker z.b. bei docekal.com, denn er kennt sich mit Lupen aus.
Ist dieser Abbildungsfehler gering, tritt auch die kissenförmige Verzeichnung nur wenig in Erscheinung. Bei höheren Vergrösserungen sind weitere Abbildungsfehler, wie die chromatische Aberration und der Astigmatismus schiefer Bündel, zu verringern.

Allgemein gilt:
Mit zunehmender Vergrösserung machen sich die Abbildungsfehler immer stärker bemerkbar und der Aufwand zu ihrer Korrektion steigt. Dieser drückt sich in den Ausführungsformen von der einfachen Lupe bis hin zu mehrlinsigen Systemen aus. Die unsymmetrische Bikonvexlinse hat die geringste sphärische Aberration von sphärischen Einzellinsen. Sie eignet sich als einfache Lupe besonders gut und liefert brauchbare Abbildungen. Eine weitere einlinsige Lupe ist die Bikonvexlinse mit einer sphärischen und einer asphärischen Fläche.
Diese asphärische Lupe mindert mit ihrer asphärischen Fläche die sphärische Aberration und damit auch die kissenförmige Verzeichnung. Gleichzeitig ist sie mit einem relativ grossen Durchmesser herstellbar.

Weit verbreitet ist die aplanatische Lupe.
Sie besteht aus zwei gleichen Plankonvexlinsen mit einem geringen Abstand der gewölbten Flächen. Dieser Aplanat verringert besonders die sphärische Aberration. Diese ist gegenüber einer gleich starken Bikonvexlinse erheblich geringer und weist damit auch eine verringerte Verzeichnung auf. Auch die anderen Abbildungsfehler werden als nicht besonders störend empfunden. Soll bei einer höheren Vergrösserung neben der Randunschärfe und der Verzeichnung besonders der störende Farbfehler korrigiert werden, so geschied dies mit der aplanatisch-achromatischen Lupe. Eine solche Lupe kann aus mehreren Linsen recht unterschiedlich aufgebaut sein. Dabei sind die Pluslinsen aus Kronglas und die Minuslinsen aus Flintglas.

Wird von einem Kunde eine Lupe gewünscht, so ist zu klären , wo der Schwerpunkt bei der Verwendung liegt. Werden mit der Lupe nur ebene Objekte betrachtet, so steht das Sehfeld im Vordergrund. Wird die Lupe bei freien Arbeiten verwendet, kann der freie Arbeitsabstand das entscheidende Kriterium sein. Bei Kontrollarbeiten kommt es besonders auf die Vergrösserung an.

Man sollte den Benutzer der Lupe auf folgende Punkte hinweisen:

- Liegt ein Augenastigmatismus vor muss die Brille unbedingt beim Benutzen der Lupe getragen werden (Lupe kann den Augen Astigmatismus nicht auskorrigieren)
- Die Lupe muss parallel zur Objektebene gehalten werden (kein Astigmatismus schiefer Bündel)
- Der Systemabstand Lupe-Auge soll etwa der Lupenbrennweite entsprechen.
- Das Objekt möglichst weit von der Lupe weg halten.

Im Vergleich zu Lupen sollte der Benutzer von Lesegläser auf folgendes hingewiesen werden:

- Ist der Abstand Leseglas Objekt gross, wird die Vergrösserung höher.
- Ist der Abstand Leseglas Auge gering, liegt ein grosses Sehfeld vor.
- Wird das Leseglas parallel zur Objektebene gehalten, liegt kein Astigmatismus schiefer Bündel vor.
- Bei unsymmetrischen Bi-Linsen als Lesegläser und asphärischen Lesegläsern gilt :
Die stärker durchgebogene oder die asphärische Fläche muss dort sein, wo der Abstand zum Leseglas (Objekt-Leseglas oder Auge-Leseglas) geringer ist. Werden rechteckige Lesegläser von Linkshändern benutzt, ergeben sich unter Umständen Schwierigkeiten mit der Handhabung.